Wegen Kopftuch – Studentinnen vor Club abgewiesen

Nicht in den Club gelassen werden, weil man ein Kopftuch trägt. Das ist indonesischen Gaststudentinnen vor dem Cosmopolar passiert. Beschämend, findet die Erfurter Studentin Franziska, die bei Facebook über den Vorfall berichtete. Der Club verteidigt in einer Stellungnahme sein Sicherheitspersonal.

Eigentlich wollte Franziska zusammen mit den Gaststudentinnen die Semester-Opening-Party am Dienstag, 11. Oktober, besuchen. Doch am Einlass wurde die Gruppe aufgehalten.
„Nur wenn die Frauen ihre Hijabs absetzten, könnten wir hereinkommen“, fasst Franziska die Abweisung der Türsteher zusammen. Eine undenkbare Forderung für die Indonesierinnen, die im Rahmen der Erfurter Fall School zwei Wochen in Deutschland verbringen. Als Begründung habe die Security auf Angriffe auf verschleierte Frauen in der Vergangenheit hingewiesen.

„Selten habe ich mich für etwas so sehr geschämt, wie in dem Augenblick als ich unseren Gästen erklären musste, was mir von dem Türsteher gesagt worden ist“, erzählt Franziska weiter. Ihre Begleiterinnen hätten nun Angst gehabt und wollten die Feier deswegen nicht mehr besuchen.

Als Franziska ihren Facebook-Post am Tag darauf veröffentlicht, sei sie immer noch „erschüttert, wütend, entsetzt, beschämt und so vieles mehr über dieses Erlebnis und das Bild, welches dadurch bei meinen Freunden entstanden ist“. Denn auch die Gaststudentinnen wüssten vom Fremdenhass einiger Deutscher.

Stellungnahme des Betreibers:
Im Sicherheitsinteresse der Frauen gehandelt

Die Geschäftsführung des Cosmopolar distanziert sich in einer Stellungnahme „von jeglichen rassistischen, fremden- oder religionsfeindlichen Ansichten“. Weiterhin entschuldigt sich der Club für die entstandenen „Unannehmlichkeiten“.

Trotzdem verteidigt der Betreiber das Vorgehen seines Sicherheitspersonals. Vor wenigen Wochen habe es einen Vorfall im Barbereich gegeben, bei dem „eine junge Muslima aufgrund ihrer Verschleierung (…) angepöbelt und beschimpft worden“ sei. Die Frauen seien deswegen „im Interesse der eigenen Sicherheit“ gebeten worden, ihre Hijabs abzunehmen.

Kommentar verfassen