Professoreninterview in rechter Zeitung Thema im StuRa

Gegen den Islam und eine multikulturelle Gesellschaft spricht sich der Erfurter Universitätsprofessor Ferhad Seyder in einem Interview mit der rechts-konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit aus. Nun beschäftigt sich der Studierendenrat der Universität Erfurt mit dem Fall.

In dem Gespräch mit der Jungen Freiheit (Nr. 41/16) vertritt Seyder die Meinung, es könne keinen friedlichen Islam geben. Der Gesellschaft werde das aber „vorgegaukelt“. Stattdessen rechnet Seyder in den kommenden Jahren mit „mehr islamische[m] ‚Wildwuchs‘, mehr Abkapselung und mehr Fundamentalismus“.
Weiterhin warnt er, dass die deutsche Politik durch eine „Masseneinwanderung“ auf einen instabilen Vielvölkerstaat zusteuere. Das Modell einer multikulturellen Gesellschaft funktioniere nicht. „Ich habe wirklich nichts übrig für die politische Rechte, aber ich fürchte, in diesem einen Punkt könnte sie vielleicht doch recht behalten“, so Seyder.

Der Studierendenrat (StuRa) der Universität Erfurt betrachtete die Aussagen Seyders in seiner Sitzung mehrheitlich kritisch. Vorstandsmitglied Pauline Ehrsam bemängelte, dass der Professor ihrem Eindruck nach als Vertreter der Universität Erfurt und nicht als Privatperson aufgetreten sei. Felix Fleckenstein, StuRa-Delegierter im Hochschulrat, findet, man solle „nicht mit Medien kooperieren, die stolz sind, Sprachrohr der Neuen Rechten zu sein“. Zudem sei Seyder bereits in der Vergangenheit aufgefallen – mit einem Gastbeitrag in der Jungen Freiheit sowie durch ein Interview für den russischen Propagandasender Russia Today.

Der StuRa will Seyder die Möglichkeit geben, zu dem jüngst veröffentlichten Zeitungsartikel Stellung zu nehmen. Danach wird das Studierendengremium über eine mögliche Reaktion entscheiden.
Auf das Interview in der Jungen Freiheit aufmerksam geworden ist der StuRa durch eine E-Mail eines anonymen Absenders.

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