„Es gibt doch nichts Schöneres“

Quetschen-Synthy-Pop aus Österreich war am Valentinstag zu Gast im Museumskeller. Vor dem Konzert haben sich Simone und Steffi mit der Band folkshilfe zum Interview getroffen. Da haben Flo, Gabriel und Paul die Band, ihren Sound und ihr Ritual vor der Bühne erklärt. Anschließend waren Steffi und Simone natürlich auch auf dem Konzert und haben ihre Eindrücke mitgebracht.

 

Es dauert nicht lange und das Publikum bewegt sich mit im Takt. folkshilfe zieht die Leute sofort mit ihrer Musik in den Bann und animiert sie. Man merkt, wie viel Spaß die drei Österreicher an der Musik haben. Da ist es kein Wunder, dass nach den ersten Liedern alle mit der Musik mitgehen. Die Band besteht aus drei Österreichern. Flo spielt die Quetschen (eine Art Akkordeon), Paul ist der Gitarrist der Band und Gabriel spielt Schlagzeug. Den Gesang übernehmen alle drei, mal als Hauptstimme, mal als Background. Mit ihrem Quetschen-Synthy-Pop sind sie im Frühjahr 2018 durch Deutschland gezogen. Sie waren aber nicht zum ersten Mal in Erfurt. Bei LaBrassBanda im Oktober 2017 waren sie der Support und haben das Publikum richtig angeheizt. Den Erfurtern hat es gefallen und den drei Jungs auch, weshalb sie nicht mal ein halbes Jahr später wieder in Erfurt aufgeschlagen sind.

Foto: Matthias Pirngruber

Steffi und Simone beim Interview mit der Band folkshilfe (v.r. Gabriel, Paul, Flo) im Erfurter Museumskeller. (Foto: privat)

Flo und Paul versuchen die Ansagen auf Hochdeutsch zu machen. Ihre Texte sind im Österreicher Dialekt geschrieben, mit dem ein oder anderen Wort, das hier zu Lande keiner kennt. Damit das Publikum auch versteht, was sie da eigentlich singen, werden die Texte spontan übersetzt, wenn auch etwas stolperhaft. Aber das ist egal. Denn schließlich sind alle hier um Spaß zu haben. Und damit die Besucher nicht nur zuhören, sondern auch mitmachen können, lernen alle ganz schnell den Dialekt: „Scho seit a poar Dog, stei i ma die Frog, hot des Lem no an Sin so vui hackln glab i spin ja da wer ma olle hin“ (hochdeutsch: Seit ein paar Tagen, stell ich mir die Frage, hat das Leben noch einen Sinn, so viel arbeiten, glaub ich spinne, ja da werden wir alle hin/ kaputt). Aber neben Dialekt versucht sich die Meute auch im Jodeln. Es ist eben der bunte Gute-Laune-Mix der Band und die Euphorie der Musiker auf der Bühne, die die Masse animieren und mitnehmen.

Am Ende des Konzerts gibt es dann noch eine kleine Challenge. Ein paar Lieder werden nochmal akustisch angespielt, unterhalb der Bühne, Mitten in den Zuhörern. Das kommt in dem Kellergewölbe des Museumskellers großartig rüber. Das Publikum muss nun mitsingen und Flo, Paul und Gabriel hören genau hin, wie gut alle bei den Liedern vorher aufgepasst haben und jetzt noch mitsingen können. So endet das Konzert in einer ganz intimen, gefühlt ganz kleinen Runde, als wäre es im Wohnzimmer und alle stehen um die Musiker rum und singen.

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